Was braucht es, damit autonome Fahrzeuge schon in wenigen Jahren großflächig im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden? Diese Frage will das Forschungs– und Umsetzungsprojekt BRAVE10k beantworten. Mit einem Auftakttreffen beim Leadpartner INIT in Karlsruhe ist das Vorhaben in dieser Woche gestartet.
Ziel: Eingliederung von 10.000 Fahrzeugen bis 2030
Die Entwicklung von automatisierten und autonomen Fahrzeugen ist in den vergangenen Jahren weit vorangeschritten. Nach erfolgreichen Pilotprojekten und der praktischen Erprobung in Straßenverkehr steht nun der Übergang in den Regelbetrieb an.
Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten und TÜV Rheinland betreuten, auf drei Jahre angelegten Projekt werden die Partner aus ÖPNV, Wissenschaft, Technologie und Consulting der Frage nachgehen, wie sich bis 2030 10.000 autonom betriebene Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr eingliedern lassen.
Ein Ökosystem für autonome Fahrzeuge
Dazu entwickelt das Konsortium standardisierte Verfahren und digitale Werkzeuge, die Planung, Ausschreibung, Genehmigung und Betrieb von autonomen Fahrzeugen deutlich vereinfachen sollen. Das geplante BRAVE10k-Ökosystem für autonome Fahrzeuge umfasst unter anderem:
- digitale Planungs- und Ausschreibungswerkzeuge, die Städte, Verkehrsunternehmen und Fahrzeughersteller bei der Einführung autonomer Angebote unterstützen
- einen digitalen Zwilling, der Betrieb, Sicherheit und Leistungsfähigkeit virtuell simuliert und bewertbar macht
- eine einheitliche Klassifizierung von Streckenanforderungen, um Einsatzbedingungen systematisch zu beschreiben und vergleichbar zu machen
- die Erhebung und intelligente Nutzung von Realdaten, um Planung und Betrieb datenbasiert zu optimieren
Aktive Einbindung der Branche
Die Arbeit in Brave10k wird durch eine aktive Einbindung der Branche ergänzt: In den kommenden Monaten nimmt das Projekt ein Stakeholdermanagement auf, um in einen offenen Dialog mit der gesamten Verkehrsbranche zu kommen.
Gesamtprojektleiterin Yasmin Wehrle (INIT) erwartet viel von BRAVE10k:
„Die Einwicklung automatisierter und autonomer Fahrzeuge ist in den vergangenen Jahren weit fortgeschritten. Ich freue mich sehr auf die bevorstehenden drei Jahre und die zahlreichen Dialoge, die wir mit der ÖV-Branche geplant haben. Mit BRAVE10k schaffen wir den Schritt weg von Pilotprojekten hin zu einem skalierfähigen und wirtschaftlichen ÖPNV der Zukunft.“
Matthias Teichmann (schwarzenberg.tech) unterstreicht:
„Der Weg zu 10.000 autonomen Fahrzeugen beginnt nicht mit der Fahrzeugtechnologie allein, sondern auch mit zielgerichteten Standards, Prozessen und Genehmigungsverfahren. Mit BRAVE10k schaffen wir gemeinsam die Voraussetzungen, damit autonome Mobilität künftig sicher, effizient und im großen Maßstab Teil des öffentlichen Verkehrs werden kann.“
Matthias Hartwig, stellvertretender Geschäftsführer des IKEM, betont die Chancen, die sich aus dem Projekt ergeben können:
„Gelingt es, autonome Fahrzeuge als Bestandteil des öffentlichen Verkehrs zu etablieren, wäre das ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und Europas – sowohl im Hinblick auf die Technologieführerschaft als auch auf Klimaschutzziele und den Wunsch nach besseren Mobilitätsangeboten für eine wachsende und alternde Bevölkerung.“
Breit aufgestelltes Konsortium
Rund 20 Partner arbeiten im Projekt BRAVE10k zusammen, ergänzt durch zahlreiche assoziierte Partner aus Praxis und Industrie. Beteiligt sind neben dem IKEM unter anderem: INIT GmbH (Projektleitung), Fraunhofer IVI, Fraunhofer EMI, Fraunhofer IOSB, schwarzenberg.tech GmbH, Valeo Schalter u. Sensoren GmbH, Bertrandt Technikum GmbH, Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH, Interlink GmbH, TrainGraphics GmbH, GOTECH GmbH, Fahrzeugmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH, SafeAD GmbH, RA Consulting GmbH, fka GmbH, Deutsches Institut für Normung e.V., Technische Universität München, FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT).