2025 Konferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel

IKEM bei der COP30

Belém Brasilien

Jede COP markiert einen entscheidenden Moment in der globalen Reaktion auf die Klimakrise. Jüngste wissenschaftliche Bewertungen und die Ergebnisse der ersten globalen Bestandsaufnahme zeigen, dass sich das Zeitfenster für die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C schnell schließt.

Zehn Jahre nach dem Pariser Abkommen wird sich die COP30, die im brasilianischen Belém stattfindet, darauf konzentrieren, die Ambitionen der nationalen Klimaziele (NDCs) zu erhöhen und diese Verpflichtungen in konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Vor dem Hintergrund des Amazonasgebiets wird die Konferenz auch den Schutz der Wälder, die biologische Vielfalt und die Einbeziehung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften als wesentliche Bestandteile eines gerechten und nachhaltigen Übergangs hervorheben.

Die wichtigsten Themen von IKEM bei der COP30

Gerechter Übergang

Die globale Energiewende verändert Wirtschaft und Gesellschaft weltweit. Ohne sorgfältige Planung birgt die Abkehr von fossilen Brennstoffen jedoch das Risiko, die Ungleichheiten innerhalb und zwischen den Ländern zu vertiefen. Seit seiner Aufnahme in die Präambel des Pariser Abkommens ist der Gerechte Übergang (Just Transition) zu einem zentralen Thema der internationalen Klimaverhandlungen geworden. Das Konzept zielt darauf ab, soziale Gerechtigkeit und Gleichheit in die Klimapolitik einzubinden und die Energiewende zu einem Motor für integratives Wachstum, Innovation und nachhaltige Entwicklung zu machen.

Bodenschutz und Landnutzung

Gesunde Böden und eine nachhaltige Landnutzung sind sowohl für den Klimaschutz als auch für das menschliche Wohlergehen von entscheidender Bedeutung. Sie dienen als Kohlenstoffsenken, als Reservoir für die biologische Vielfalt und als Grundlage für Ernährungssysteme. In den internationalen Klimaverhandlungen wird zunehmend anerkannt, dass der Schutz und die Wiederherstellung von Böden entscheidend für das Erreichen von Klimaschutz- und Anpassungszielen ist. Es bleibt eine große Herausforderung, die Bodendegradation umzukehren, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken zu fördern und sicherzustellen, dass die Boden- und Landbewirtschaftung sowohl den Ökosystemen als auch den von ihnen abhängigen Gemeinschaften zugute kommt.
Rechtswissenschaftliche Artikel

Die folgenden Berichte über internationale rechtliche Rahmenbedingungen für den Bodenschutz wurden zuerst in der Zeitschrift Klima & Recht (Ausgabe 10/2025) veröffentlicht.

Diskussionspapier zum Schutz von Torfgebieten

Das folgende Papier analysiert und kontextualisiert die globalen Entwicklungen beim Schutz von Torfgebieten in Bezug auf die erwarteten Ergebnisse der COP30.

IKEM-Veranstaltungen im Vorfeld der COP30

Internationales Seminar zu Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit

3. November 2025 | 9:30-15:30 | Oberstes Bundesgericht, Brasília

Das vom Obersten Bundesgericht und dem Centro de Ensino Unificado de Brasília (CEUB) organisierte Seminar brachte Wissenschaftler aus Deutschland, Australien, Südafrika und Brasilien sowie brasilianische Verfassungsrichter und hochrangige politische Entscheidungsträger zusammen, um die Rolle der Verfassungsgerichte bei der Bewältigung der globalen Klima- und Umweltkrise zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung war es, Vorschläge für ein internationales Forschungsnetzwerk zwischen Verfassungsgerichten zu entwickeln, um den globalen Rechtsdialog zum Klimaschutz zu stärken.

Prof. Dr. Michael Rodi, Till Reinholz und Dr. Ievgeniia Kopytsia (IKEM/IFZO) beleuchteten institutionelle und rechtliche Herausforderungen in der Post-COP-30-Ära und die Bedeutung effektiver Governance-Strukturen für Klimaschutz, Energie und nachhaltige Entwicklung.

Landnutzung, Climate Governance und der Weg zur COP 30

4. November 2025 | 8:00-12:00 | Centro de Ensino Unificado de Brasília (CEUB), Brasília

Dieses internationale Symposium brachte Experten aus Australien, Südafrika, Deutschland und Brasilien zusammen, um rechtliche Schritte zur Umsetzung der Klimaziele nach der COP 30 zu diskutieren. Die Veranstaltung, die von der juristischen Fakultät des Centro de Ensino Unificado de Brasília (CEUB) organisiert wurde, befasste sich insbesondere mit der Rolle von Landnutzung, Agrarrecht und Generationengerechtigkeit in der globalen Klimapolitik.

Als Vertreter des IKEM und des IFZO brachten Prof. Dr. Michael Rodi, Till Reinholz und Dr. Ievgeniia Kopytsia die deutsche Forschungsperspektive ein. Sie befassten sich mit nachhaltiger Landnutzung mit Fokus auf Böden und Feuchtgebiete, gerechter Klimagovernance, Rechtssystemen in Krisenzeiten und dem Thema Generationengerechtigkeit.

Quelle: IKEM
Quelle: IKEM

Austausch mit politischen Entscheidungsträgern

5. November 2025 | Abgeordnetenkammer, Brasília

Prof. Dr. Michael Rodi, Till Reinholz und Dr. Ievgeniia Kopytsia besuchten die brasilianische Abgeordnetenkammer als Teil einer Delegation internationaler Wissenschaftler. Während des Treffens mit hochrangigen politischen Entscheidungsträgern erkundeten sie Möglichkeiten für eine zukünftige wissenschaftliche und politische Zusammenarbeit zwischen Brasilien, Australien, der Ukraine und Deutschland. Der Besuch endete mit der Teilnahme an einer Plenarsitzung, bei der die Delegation offiziell vom Präsidenten der Kammer begrüßt wurde.

Klima-Notstand bei den Gerichten

6. November 2025 | IPD, Brasília

Bei dieser vom IPD ausgerichteten Veranstaltung diskutierten Experten aus Brasilien, Chile, Kolumbien, Australien und Deutschland über Klimaprozesse in ihren jeweiligen Ländern aus rechtsvergleichender Sicht. Prof. Dr. Michael Rodi steuerte Erkenntnisse aus dem deutschen Kontext bei, wobei er insbesondere auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts einging.

Quelle: IKEM
Quelle: IKEM

IKEM-Veranstaltungen während der COP30

Side Event während der COP30

Reshaping Ecocide: From Conflict and Climate Frontlines to Global Momentum for Change

13. November 2025 | 15:00-16:30 | Ukraine Pavillon

In dieser Sitzung wird das sich entwickelnde Konzept des Ökozids inmitten von Klimawandel und Konflikten untersucht. Experten werden rechtliche, politische und gesellschaftliche Wege erforschen, um Ökozid zu einem international anerkannten Verbrechen zu machen. Dabei werden sie Einblicke in die globalen Bemühungen und die führende Rolle der Ukraine bei der Definition von Ökozid in Kriegszeiten geben. Die Diskussion verbindet juristische Innovationen mit der Realität vom Amazonas bis zur Ukraine und zeigt auf, warum die Anerkennung von Ökozid der Schlüssel für Klimagerechtigkeit, die Erholung nach Konflikten und die globale Sicherheit ist.

Side Event während der COP30

(Re)Building Fair Futures: Just Transition Pathways for a Resilient and Inclusive Recovery

13. November 2025 | 17:00-18:30 | Ukraine Pavillon

Diese Diskussionsveranstaltung befasst sich mit der Frage, wie der ukrainische Wiederaufbauprozess und der NDC 3.0-Prozess als Vorbild für einen auf die Menschen ausgerichteten Ansatz für Resilienz, Dekarbonisierung und soziale Gerechtigkeit dienen können. Ausgehend von den Erfahrungen in Brasilien, der EU und der Ukraine werden die Redner:innen erörtern, wie sich der gerechte Übergang von einer sozialen Absicherung zu einem strategischen Governance- und Finanzierungsrahmen entwickeln kann, der Wiederaufbau, Energiesicherheit und Klimaziele miteinander verbindet. In der Sitzung wird auch diskutiert, wie die internationale Zusammenarbeit (z.B. Artikel 6.2, multilaterale Fonds und Philanthropie) eine transformative Finanzierung des Aufschwungs und neue Partnerschaften zwischen Regionen und Sektoren unterstützen kann.

Side Event während der COP30

Einen gerechten Übergang schaffen: Politisch-ökonomische Ansätze für soziale Gerechtigkeit und Wohlstand

14. November 2025 | 16:15-17:15 | Brasilianischer Pavillon

Auf dieser Veranstaltung, die vom Instituto E+ ausgerichtet wird, werden internationale Experten politisch-ökonomische Ansätze für eine gerechte und ausgewogene Energiewende diskutieren. Prof. Dr. Michael Rodi wird Einblicke in den Aufbau einer globalen Governance-Architektur geben, die den unterschiedlichen nationalen Entwicklungen – Industrieländer, Entwicklungsländer und Exporteure fossiler Brennstoffe – Rechnung trägt und gleichzeitig die Klimaverpflichtungen einhält.

Side Event während der COP30

Security from the Ground Up: Soils and the Foundations of Resilience

17. November 2025 | 10:30-12:00 | Ukraine Pavillon

In der Ukraine, wo die Verwüstungen des Krieges auf die Auswirkungen des Klimawandels treffen, sind riesige Landflächen vermint, verseucht oder überflutet. Die Wiederherstellung dieser Landschaften ist nicht nur eine ökologische Pflicht, sondern auch eine strategische Aufgabe. Diese Veranstaltung soll der Frage nachgehen, wie Landrestaurierung, Bodenmanagement und die Wiederherstellung von Ökosystemen (z.B. Wiedervernässung von Mooren) die Klimaresilienz, den Wiederaufbau nach Kriegen und die regionale Stabilität fördern können.

Quelle: IKEM

Offizielle UNFCCC-Nebenveranstaltung

Climate Change Mitigation and Adaptation for Agriculture in Conflict-Affected Countries

18. November 2025 | 16:45-18:15 | Side Event Raum 1, Bereich C

Konfliktbetroffene Länder stehen vor besonderen Herausforderungen im Bereich Ernährungssicherheit und Klimaanpassung. Dieses Side Event – organisiert von PGA, EcoClub, Ground Truth Solutions, IKEM und dem Solon Center – beleuchtet intersektionale Ansätze zur Umsetzung der Sharm el-Sheikh-Initiative für Landwirtschaft. Im Fokus stehen rechtliche und politische Wege zum Bodenschutz, humanitäres Minenräumen zur Bodenrenaturierung sowie lokal getragene Anpassungsstrategien mit Blick auf gesundheitliche Auswirkungen.

Side Event während der COP30

Seeds of Resilience: Innovations for Ukraine’s Food and National Security

19. November 2025 | 11:00-12:30 | Ukraine Pavillon

Die ukrainische Landwirtschaft bleibt trotz des andauernden Krieges eine Säule der Widerstandsfähigkeit und der globalen Ernährungssicherheit. In dieser Sitzung wird untersucht, wie Innovation, klimafreundliche Technologien und nachhaltige Finanzen die Fähigkeit der Ukraine stärken können, ihre Bevölkerung zu ernähren, ländliche Regionen wiederzubeleben und globale Sicherheit zu unterstützen. Die Podiumsteilnehmer:innen werden diskutieren, wie innovative Finanzierungsmodelle, erneuerbare Energien und die digitale Transformation dazu beitragen kann, die Landwirtschaft zu modernisieren und sie nachhaltig und resilient zu gestalten.

Kontakt

IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.

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IKEM and EUETH will be hosting a series of side events at this year’s climate negotiations to discuss the energy-climate-defense nexus, the reconstruction of Ukraine’s energy system, and nature-based solutions for climate mitigation.