Klimakonferenz der Vereinten Nationen 2026

IKEM bei der COP31

Blick auf die Ruinen des Apollontempels in Antalya, Türkei

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in den vergangenen Jahren weltweit immer deutlicher spürbar geworden. Trotz der Fortschritte bei den vergangenen Weltklimakonferenzen besteht weiterhin eine erhebliche Lücke zwischen den bislang ergriffenen Klimaschutzmaßnahmen und dem Handlungsbedarf, der erforderlich ist, um die Erderwärmung auf das im Pariser Abkommen festgelegte Ziel von 1,5 °C zu begrenzen.

Die COP31 findet in Antalya unter dem gemeinsamen Vorsitz der Türkei und Australien statt. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen die Stärkung internationaler Klimaschutzmaßnahmen, die Verabschiedung ambitionierterer nationaler Klimaziele sowie deren konsequente Umsetzung. Zu den zentralen Themen gehören der Ausbau sauberer Stromerzeugung, die Verringerung von Abfällen sowie die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudesektor.

Als akkreditierte Beobachterorganisation wird sich das IKEM auch bei der COP31 mit seiner wissenschaftlichen Expertise einbringen. Mit Side Events, begleitender Forschung und einer Delegation vor Ort verfolgen wir die aktuellen Entwicklungen der Verhandlungen und tauschen uns mit Entscheidungsträger:innen, Wissenschaftler:innen sowie Vertreter:innen der Zivilgesellschaft aus aller Welt aus.

IKEM-Schwerpunktthemen auf der COP31

Klima-Sicherheits-Nexus

Der Klimawandel wird zunehmend als Treiber von Unsicherheit und Konflikten erkannt. Gleichzeitig können bewaffnete Auseinandersetzungen und geopolitische Krisen Umweltzerstörung beschleunigen und Klimaschutzbemühungen erschweren. Diese wechselseitigen Zusammenhänge verdeutlichen die Notwendigkeit integrierter Governance-Ansätze, die die Resilienz von Gesellschaften, Wirtschaftssystemen und Ökosystemen stärken.

Brand auf einem WeizenfeldQuelle: Magnific/gorlov

Wasser-Sicherheits-Nexus

Die Sicherheit der Wasserressourcen wird in zunehmendem Maße durch den Klimawandel beeinflusst. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster sowie häufigere Extremwetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen wirken sich auf Verfügbarkeit, Qualität und Zuverlässigkeit von Süßwasserressourcen aus. Gleichzeitig spielt Wasser eine zentrale Rolle für den Klimaschutz, etwa bei der Erzeugung erneuerbarer Energien, der naturbasierten Kohlenstoffbindung und einer nachhaltigen Landnutzung.

Kritische Rohstoffe und strategische Autonomie

Kritische Rohstoffe sind unverzichtbar für das Erreichen von Klimaneutralität und die Transformation hin zu einer treibhausgasarmen Wirtschaft. Sie bilden die Grundlage für erneuerbare Energietechnologien, Batterien, Elektrofahrzeuge, Wasserstoffanwendungen und digitale Infrastrukturen. Angesichts der steigenden Nachfrage gewinnt ein sicherer und nachhaltiger Zugang zu diesen Ressourcen zunehmend strategische Bedeutung, insbesondere für die Europäische Union.

  • Rodi, Michael, Sustainable Governance for Critical Raw Materials, forthcoming.
  • Baumann, Nils, Strategische Autonomie im Kontext der Energiewende: Herausforderung für die Foreign Subsidies Regulation, KlimR 8/2026, 236 ff.
  • Rodi, Michael, After the Green Deal: Security, Resilience, Strategic Autonomy, EACL Climate Law Blog, 2026.
Beladenes Containerschiff von Schlepper begleitet
Blick vom Balkon des finnischen Parlaments

Antizipative Governance

Der Klimawandel ist durch hohe Unsicherheit, langfristige Auswirkungen und dynamische Risikentwicklungen geprägt. Herkömmliche Steuerungsansätze, die vor allem auf bereits eingetretene Krisen reagieren, stoßen angesichts dieser Herausforderungen an ihre Grenzen. Antizipative Governance verfolgt einen vorausschauenden Ansatz, der die Fähigkeit von Institutionen stärkt, zukünftige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und auf sie vorbereitet zu reagieren.

  • Reinholz, Till/Kalis, Michael, Transformatives Recht am Beispiel des Moorbodenschutzes in der Nature Restoration Regulation, KlimR 3/2026, 66 ff.
  • Kalis, Michael, Mit Argusaugen in die Klimaneutralität? – Die neue vorausschauende Steuerungsarchitektur des Bundes-Klimaschutzgesetzes, KlimR 12/2025, 354 ff.

Nachhaltige Energiewende

Die Erreichung von Klimaneutralität erfordert eine grundlegende Transformation der Energiesysteme. Erneuerbarer Strom, direkte Elektrifizierung und erneuerbarer Wasserstoff sind komplementäre Bausteine einer erfolgreichen Dekarbonisierung. Gemeinsam ermöglichen sie die Reduktion von Treibhausgasemissionen in den Bereichen Stromerzeugung, Verkehr, Industrie und Wärmeversorgung.

  • Rodi, Michael/Saurer, Johannes (Eds), Comparative Perspectives on the Law of Energy Transition in Europe, Nomos 2025.
  • Kalis, Michael/Penttinen, Sirja-Leena/Talus, Kim (Eds), Hydrogen Law in the European Union and Europe, Routledge 2026.
  • Kalis, Michael (Ed), The Energy Trilemma in the Baltic Sea Region: Security, Equity and the Environment, Routledge 2024.
  • Reder, Lucie et al., Carbon Dioxide Removal through forests: an EU policy overview and lessons from Australia and New Zealand, forthcoming.
Reihen von Solarmodulen auf trockenem Gras

Kontakt

Ansprechpartner:in für Presseanfragen

IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.

Join us at
IKEM and EUETH will be hosting a series of side events at this year’s climate negotiations to discuss the energy-climate-defense nexus, the reconstruction of Ukraine’s energy system, and nature-based solutions for climate mitigation.