Start des Forschungsprojekts „WasSERDICHT“

Klimafreundliche Wärme aus Trinkwasser

Von links nach rechts: Dàmir Belltheus Avdic, Josefine Lyda, Leandra Schulz, Markus Niehaus, Prof. Dr.-Ing. Elmar Brügging, Tabea Blatz, Martin Woestmann, Peter Wessels, Ramon Uder, Sören Kamphus, Thomas Raabe

Das IKEM beteiligt sich gemeinsam mit den Stadtwerken Borken, der FH Münster und der AquaEcology am Forschungsprojekt „WasSERDICHT“. Ziel des Projektes ist es, die Nutzung von Wärme aus Trinkwasser wissenschaftlich zu untersuchen und damit eine neue klimafreundliche Wärmequelle für Deutschland zu erschließen.

Im Mittelpunkt des Projektes – gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms – steht die Frage, wie sich die in Trinkwasser enthaltene Wärme künftig sicher, effizient und rechtlich zulässig für die Wärmeversorgung nutzen lässt. Bereits geringe Temperaturabsenkungen könnten deutschlandweit erhebliche Mengen klimafreundlicher Wärme bereitstellen. Während entsprechende Technologien in Ländern wie den Niederlanden oder der Schweiz bereits eingesetzt werden, bestehen in Deutschland bislang noch rechtliche und gesellschaftliche Hürden.

„Das Pilotprojekt „WasSERDICHT“ soll zeigen, dass Trinkwasserinfrastrukturen künftig eine wichtige Rolle für die Wärmewende spielen können“, erklärt Markus Niehaus aus dem Bereich Entwicklung der Stadtwerken Borken.

Im Rahmen des Projektes wird im Wasserwerk der Stadtwerke Borken eine Versuchsanlage zur Wärmegewinnung aus Trinkwasser aufgebaut und über 18 Monate wissenschaftlich begleitet werden. Dabei kommen Wärmetauscher und moderne Wärmepumpentechnik zum Einsatz. Besonderes Augenmerk liegt auf der Sicherstellung der Trinkwasserqualität sowie auf einem umfassenden Monitoring der Anlage.

„Die Kombination aus Trinkwasserversorgung und kommunaler Wärmeversorgung bietet enormes Potenzial. Mit dem Projekt schaffen wir wichtige praktische Erfahrungen für eine mögliche spätere Umsetzung in größerem Maßstab“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Borken, Ron Keßeler.

Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt die FH Münster. Dort werden technische Konzepte entwickelt, Energiepotenziale analysiert und die Versuchsanlage wissenschaftlich ausgewertet.

„Das Besondere an diesem Projekt ist die enge Verzahnung von Forschung und Praxis. Wir untersuchen nicht nur die technische Machbarkeit, sondern schaffen gleichzeitig wichtige Grundlagen für die zukünftige Nutzung dieser Technologie in Kommunen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Elmar Brügging, Fachbereich Energie, Gebäude, Umwelt der FH Münster.

Neben der technischen Entwicklung untersucht das IKEM die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die gesellschaftliche Akzeptanz der Technologie.

„Das Projekt verbindet technische Innovation mit rechtlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Die Erkenntnisse aus Borken können künftig wichtige Impulse für Kommunen und Versorger in ganz Deutschland liefern“, erklärt Josefine Lyda, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Energierecht beim IKEM.

AquaEcology begleitet das Projekt mit umfangreichen Analysen zur Trinkwasserqualität und möglichen wasserhygienischen Auswirkungen.

„Die Sicherstellung der Trinkwasserqualität hat im gesamten Projekt höchste Priorität. Deshalb begleiten wir die Versuchsanlage mit umfassenden mikrobiologischen und chemischen Analysen sowie einem kontinuierlichen Monitoring“, erklärt Thomas Raabe, Diplom-Chemiker und Geschäftsführer der AquaEcology aus Oldenburg.

Da viele kommunale Versorger sowohl für die Trinkwasserversorgung als auch für öffentliche Gebäude oder Schwimmbäder verantwortlich sind, besitzt das Projekt nach Einschätzung der Beteiligten großes Übertragungspotenzial. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen deshalb auch anderen Kommunen und Versorgungsunternehmen zur Verfügung gestellt werden. Das Forschungsprojekt „WasSERDICHT“ leistet somit einen wichtigen Baustein für eine nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung in deutschen Städten und Gemeinden.

Kontakt

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IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.

Projekt

WasSERDICHT

In WasSERDICHT untersucht das IKEM, wie Wärmegewinnung aus Trinkwassersystemen zu einem Baustein der Wärmewende in Deutschland werden kann.

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IKEM and EUETH will be hosting a series of side events at this year’s climate negotiations to discuss the energy-climate-defense nexus, the reconstruction of Ukraine’s energy system, and nature-based solutions for climate mitigation.