Mit der Übergabe des Förderbescheids in Berlin ist das Vorhaben MILA.mobility heute gestartet. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt soll in den kommenden dreieinhalb Jahren eine herstellerneutrale Plattform entwickeln, die autonome Fahrzeuge in die bestehenden Leitstellen-, Dispositions-, Buchungs- und Infrastruktursysteme des öffentlichen Personenverkehrs integrieren verbinden soll. Ziel ist es, autonome Mobilitätsangebote aus bisher abgeschlossenen Einzellösungen herauszuführen und für den breiten Einsatz im ÖPNV nutzbar zu machen.
Die Entwicklung der Plattform erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Zyklen. Zunächst werden Komponenten und Schnittstellen in einem virtuellen Labor erprobt. Anschließend werden die Ergebnisse schrittweise in fünf Testfeldern unter realen Bedingungen weiterentwickelt: in Leipzig, in der Region Hannover, in der Region München, in Ludwigslust-Parchim und im Rhein-Main-Gebiet. Die Testfelder bilden unterschiedliche Anforderungen des öffentlichen Verkehrs ab. So soll nachgewiesen werden, dass Fahrzeuge, Leitstellen und Dispositionssysteme verschiedener Anbieter verlässlich zusammenarbeiten können. Die Erfahrungen aus der Praxis fließen fortlaufend in die Weiterentwicklung von Architektur, Software und Prüfverfahren ein.
Das IKEM begleitet das Vorhaben mit rechts- und institutionenökonomischer Expertise und erarbeitet Ansätze für eine rechtssichere und haftungsrobuste Ausgestaltung der Plattform. Dabei soll in Abstimmung mit Verkehrsunternehmen, Behörden und weiteren relevanten Akteuren auch sichergestellt werden, dass die für den ÖPNV relevanten Förder- und Finanzierungsanforderungen eingehalten werden können und die Projektergebnisse anschlussfähig sind
An MILA.mobility arbeiten 30 Partner aus Verkehrsunternehmen, Industrie, Wissenschaft und Verbänden. Koordinator sind die Leipziger Verkehrsbetriebe. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt mit rund 33,8 Millionen Euro.