| März 2026

Transformatives Recht am Beispiel des Moorbodenschutzes in der Nature Restoration Regulation

In: KlimR 03/2026, S. 66.
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Abstract

Der Beitrag untersucht die Nature Restoration Regulation (NRR) als ersten europäischen Legislativakt zur ökologischen Wiederherstellung ganzer Ökosysteme und analysiert am Beispiel des Moorbodenschutzes, wie rechtliche Rahmenbedingungen tiefgreifende Transformationen der Landnutzung anstoßen, begrenzen oder vermitteln. Er zeigt, dass die ambitionierten EU‑Zielvorgaben zur Wiedervernässung entwässerter Moorböden in einem starken Spannungsverhältnis zum bestehenden nationalen Rechtsrahmen stehen, der durch definitorische Unklarheiten, eine historisch gewachsene Privilegierung der Entwässerung sowie erhebliche institutionelle Fragmentierung geprägt ist. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag die Rolle des Rechts in der Nachhaltigkeitstransformation – als Bremser, Treiber und Vermittler – und entwickelt erste Grundzüge eines transformativen Rechts, das über bloße Verwaltung des Wandels hinaus aktiv Gestaltung ermöglicht. Abschließend wird die Frage erörtert, ob die Umsetzung der NRR ein kohärentes nationales Leitgesetz erfordert oder durch punktuelle Anpassungen erreichbar ist, und welche legislativen, institutionellen und kommunikativen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um die Moorwiedervernässung als zentralen Baustein des Klima- und Biodiversitätsschutzes erfolgreich zu realisieren.

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Zitiervorschlag:
Reinholz, Till; Kalis, Michael: Transformatives Recht am Beispiel des Moorbodenschutzes in der Nature Restoration Regulation. In: KlimR 03/2026, S. 66. 2026.
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