FfE und IKEM veröffentlichen Abschlussbericht

Sachsens Industrie auf dem Weg zur Klimaneutralität

Cover der Studie

Das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) hat gemeinsam mit der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE) eine Studie zu Dekarbonisierungsoptionen für die sächsische Wirtschaft veröffentlicht. Der Abschlussbericht zeigt, dass die Dekarbonisierung der sächsischen Wirtschaft technisch möglich, aber wirtschaftlich, regulatorisch und infrastrukturell mit Hürden verbunden ist.

Im Forschungsprojekt „Dekarbonisierungsoptionen für die Sächsische Wirtschaft – Untersuchung zum Stand der Dekarbonisierung in ausgewählten Schlüsselbranchen der sächsischen Wirtschaft“ hat die FfE die technischen und ökonomischen Rahmenbedingungen verschiedener Dekarbonisierungspfade für sächsische Unternehmen analysiert. Das IKEM untersuchte die rechtlichen Rahmenbedingungen, die bei der Umsetzung der erforderlichen Transformationsvorhaben der Unternehmen mit Blick auf die vorgelagerte Netzinfrastruktur zu beachten sind. Dabei wurde insbesondere analysiert, welche rechtlichen Zwangspunkte sich für die Betreiber auf Ebene der Verteilernetze ergeben. Neben den rechtlichen Herausforderungen, die sich durch die Erhöhung des Strombedarfs ergeben, standen auch die Transformation der Gasverteilernetze sowie der Rechtsrahmen zu Technologien wie CCS und CCU im Fokus der Untersuchung.

Die Untersuchung zeigt, dass Unternehmen dringend verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen benötigen. Eine Herausforderung für Netzbetreiber liegt in der rechtzeitigen Bedienung einer wachsenden Anzahl an Netzanschlussbegehren, bei immer weniger freien Netzanschlusskapazitäten. Der aktuelle rechtliche Rahmen ist nur eingeschränkt geeignet, dieser Problematik wirksam zu begegnen. Zusätzlich stellen hohe Netzentgelte ein weiteres wesentliches Hindernis für die Dekarbonisierung der Industrie dar. Die bereits angestoßenen Bemühungen zur Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik sowie der individuellen Netzentgelte bieten hierfür wichtige Ansätze, befinden sich jedoch noch in der Entwicklung.

Die Analyse zeigt zudem, dass sich die Akteure auf Verteilernetzebene im Gas- und Wasserstoffbereich derzeit erheblichen regulatorischen Unsicherheiten ausgesetzt sehen. Die durch den Referentenentwurf des BMWE angestrebte Umsetzung der EU-Gas-/Wasserstoff-Binnenmarkt-Richtlinie in nationales Recht ist – gerade mit Blick auf die geplante Umsetzung der originären Planungsverantwortlichkeit der Verteilernetzbetreiber – grundsätzlich zu begrüßen. Dennoch besteht Nachsteuerungsbedarf, etwa mit Blick auf die angelegte Verschränkung der neuen verbindlichen Planungsinstrumente mit der unverbindlichen kommunalen Wärmeplanung.

Die Studie entstand im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) und der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH, um den Stand der Dekarbonisierung in der sächsischen Wirtschaft systematisch zu untersuchen.

Kontakt

Ansprechpartner:in für Presseanfragen

IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.

Projekt

Dekarbonisierung der sächsischen Wirtschaft

Für Sachsen analysiert das IKEM rechtliche Rahmenbedingungen für Transformationstechnologien auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft.

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IKEM and EUETH will be hosting a series of side events at this year’s climate negotiations to discuss the energy-climate-defense nexus, the reconstruction of Ukraine’s energy system, and nature-based solutions for climate mitigation.