Zitiervorschlag

Abstract

Die Bekämpfung des Klimawandels erfordert eine Umverteilung der Investitionen in klimafreundliche Lösungen als auch ein allgemeiner Investitionszuwachs. Als ein wichtiges Element zur Bewältigung dieser Herausforderung in der Europäischen Union, verpflichtet die Verordnung über die Governance der Energieunion, alle EU-Mitgliedstaaten, nationale Energie- und Klimapläne (NECPs) zu erstellen. Diese müssen Analysen über laufende Investitionsströme in den Dekarbonisierungsprozess der Mitgliedstaaten enthalten.

Die erstellte deutsche Climate and Energy Investment Map (CEIM) für das Jahr 2016 trägt zu dieser Diskussion bei. Die Karte stellt die Klima- und Energieinvestitionsströme als Momentaufnahme dar. Hierbei werden Finanzströme von den Kapitalquellen und den relevanten Vermittlern über die verwendeten Finanzinstrumente bis hin zum Empfängersektor aufgeschlüsselt. Die Karte wurde mit einen Bottom-up-Ansatz erstellt und stellt die tatsächlichen Auszahlungen im Jahr 2016 auf Technologieebene dar, welche im Anschluss auf Sektorebene und dann auf Landesebene aggregiert werden. Die deutsche CEIM 2016 ist ein Update der „German Landscape of Climate Finance “ 2010, erstellt durch die Climate Policy Initiative. Es wurde versucht die Ergebnisse und methodischen Ansätze beider Finanzierungskarten möglichst vergleichbar zu gestalten, wobei die Datenverfügbarkeit eine der Hauptherausforderungen darstellte.

Unter Berücksichtigung der klimaspezifischen Investitionsströme beobachten wir für 2016 einen Anstieg des Volumens um 16% (42,7 Mrd. EUR) gegenüber dem Niveau von 2010 (36,7 Mrd. EUR). Dies spiegelt den Anteil der zusätzlichen Investitionen in die Energieeffizienz (8,5 Mrd. EUR), die Gesamtinvestitionskosten für den Einsatz erneuerbarer Energien (25,0 Mrd. EUR) und die Gesamtinvestitionskosten für nicht energiebezogene Minderungs- und Querschnittsmaßnahmen (9,3 Mrd. EUR) wider. Im Vergleich zu den Investitionen im Jahr 2010 sank das Investitionsvolumen in erneuerbare Energien um 6%, während das Volumen im Bereich Energieeffizienz um 18% stieg. Auf den privaten Sektor entfielen 83% der Gesamtinvestitionen, die restlichen 17% stammten aus dem öffentlichen Sektor. Ähnlich wie 2010 spielten im Jahr 2016 sowohl zinsvergünstigte Kredite als auch Zuschüsse öffentlicher Akteure eine wichtige Rolle bei der Förderung privater Investitionen. Der größte Anteil der Investitionen entfiel auf den Gebäudesektor sowie den Energieerzeugungs- und -übertragungssektor.

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