Bei einer Fachkonferenz in Frankfurt am Main stellte das Forschungsprojekt engage am Samstag den Energiewende-O-Mat vor. Dabei handelt es sich um Deutschlands erste und derzeit einzige digitale Anlaufstelle für Bürger:innen, die sich aktiv in die Energiewende einbringen wollen. Unter energiewendeomat.de finden die Nutzer:innen Projekte und Initiativen, bei denen sie sich finanziell oder persönlich engagieren können.

„Die große Mehrheit der Deutschen unterstützt die Ziele der Energiewende und sehen diese als eine Gemeinschaftsaufgabe. Allerdings sind nur wenige Menschen tatsächlich an ihrer Umsetzung beteiligt. Das liegt auch daran, dass oftmals Informationen und niedrigschwellige Möglichkeiten zur Teilhabe an Energiewendeprojekten fehlen. Mit dem Energiewende-O-Mat wollen wir diese Lücke schließen“, erklärt Dr. Kathleen Pauleweit, wissenschaftliche Referentin am IKEM. Sie war maßgeblich an der Entwicklung des Online-Tools beteiligt.

Der Energiewende-O-Mat basiere auf der Idee des Wahl-O-Mat und funktioniere ganz ähnlich, so Pauleweit: „Die Nutzer:innen beantworten einige Fragen zu sich und zu ihren Wünschen für ihr Engagement. Auf Basis der Antworten schlägt der Energiewende-O-Mat dann Projekte vor, die den Interessen – etwa eine Verankerung in der jeweiligen Region – der Nutzer:innen am besten entsprechen. So entfällt eine aufwendige Recherche und das Engagement für die Energiewende kann direkt beginnen.“

Für den Energiewende-O-Mat haben die engage-Wissenschaftler:innen in der Forschungsphase nicht nur zahlreiche aktuelle Energiewendeprojekte von Unternehmen, Genossenschaften, Verbände und Initiativen aus ganz Deutschland ermittelt, sondern auch fünf Beteiligungsmodelle identifiziert, die breiten Teilen der Bevölkerung einen möglichst einfachen Zugang ermöglichen.

Diese sind:

  • Finanzielle Beteiligung, z. B. über Bürgerenergiegesellschaften
  • Freiwilliges Engagement, etwa in lokalen Energiewendeinitiativen
  • Information und Beratung, z. B. Energieberatung durch Verbraucherzentralen
  • Individuelle Stromtarife, durch Ökostromanbieter oder Energiegenossenschaften mit Bürger:innenstromtarif
  • Unterstützung und Förderung, etwa über Schirmherrschaften

Dass diese Beteiligungsmodelle bereits breite Anwendung finden und einen konkreten Beitrag zur Energiewende leisten, machte die internationale engage-Konferenz ebenfalls deutlich. Rund 160 Expert:innen aus ganz Europa kamen zusammen, um sich in Workshops und einem Vor-Ort-Besuch über aktuelle Energiewendeprojekte mit Bürgerbeteiligung und Best-Practices – etwa zur inklusiven Gestaltung der Vorhaben – auszutauschen.

Über engage

engage untersucht das Potenzial von Bürgerbeteiligung und anderen sozialen Innovationen für eine erfolgreiche und inklusive Umsetzung der Energiewende. Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekt arbeiten das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM), die eueco GmbH, das Bündnis Bürgerenergie und die 100prozent erneuerbare stiftung zusammen.

Kontakt

IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.