Vom Windgipfel muss ein Impuls für die Windenergie ausgehen

Vom Windgipfel muss ein Impuls für die Windenergie ausgehen

Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung auf 65 Prozent steigen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss vor allem die Windenergie an Land zügig ausgebaut werden. Aktuelle Ausbauzahlen und die jüngsten Ausschreibungsergebnisse belegen aber: Der Ausbau stagniert. Vom morgigen Windgipfel im Bundeswirtschaftsministerium muss ein Impuls für einen schnellen Windenergieausbau ausgehen. Diese Forderung haben das IKEM, der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) und die enercity AG heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt.

Die Stadtwerke sind zentraler Akteur beim Ausbau der Windenergie an Land. So wurde im vergangenen Jahr fast jede fünfte neue Windenergieanlage von einem Stadtwerk errichtet. „Die Ursachen für die aktuelle Ausbauflaute sind vielschichtig. Vor allem Probleme bei der Flächenausweisung und bei der Erteilung von Genehmigungen verhindern einen kontinuierlichen Ausbau der Windenergie“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. Das ergab auch eine Umfrage unter VKU-Mitgliedsunternehmen. Reiche weiter: „Wir brauchen daher ein umfassendes Beschleunigungs- und Akzeptanzprogramm für die Windenergie. Dazu gehört unter anderem: Eine Festlegung verbindlicher Flächenziele für die Bundesländer, eine Verkürzung der Fristen im Genehmigungsverfahren sowie die Berücksichtigung des Klimaschutzes als Artenschutz im Bundesnaturschutzgesetz.“

Wesentlich für den Ausbau der Windenergie an Land ist die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger in den Windenergieregionen. „Wir müssen die Windenergieprojekte noch stärker vor Ort verankern. Gemeinden und Anwohner müssen spürbar von den Windparks in ihrer Umgebung profitieren – zum Beispiel über die direkte Beteiligung der Kommunen oder eine Stärkung der lokalen Wertschöpfung. Hierfür sollte die Vor-Ort-Nutzung des Windstroms, etwa in lokalen Unternehmen und für die Sektorenkopplung, gesetzlich gefördert werden“, erklärt Simon Schäfer-Stradowsky, Geschäftsführer des IKEM.

Die enercity verfügt über langjährige Erfahrung bei Planung, Bau und Betrieb von Windparks und Windanlagen. Ihre 21 Windparks erzeugen zusammen rund 560 Millionen Kilowattstunden Strom, die für über 200.000 Haushalte ausreichen. „Wir stehen vor der Frage, ob zwei Prozent der Flächen Deutschlands für den Windkraftausbau bereitgestellt und damit zum Klimaschutz beitragen werden. Es ist wichtig, dass der gesellschaftlich-politische Diskurs, der auch beim morgigen Gipfeltreffen Thema ist, zum Konsens führt, dass effektiver Klimaschutz von existenzieller Bedeutung ist. Wir brauchen Lösungen, um Windstrom besser in anderen Sektoren zu nutzen, z.B. für E-Mobilität oder Wärme- und Kälteservices. Die ungenutzten 5 Terrawattstunden abgeregelten Windstroms entsprechen dem Fernwärmebedarf von ganz Niedersachsen“, sagt enercity-Vorstandsvorsitzende Dr. Susanna Zapreva.

 

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IKEM – Institut für Klimaschutz,
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