Mit dem Abschluss des Fahrgastbetriebes am vergangenen Wochenende endet nach vier Jahren auch die letzte aktive Phase des Forschungs- und Entwicklungsprojektes HEAT. Bis zum Jahresende werden nun noch die Ergebnisse des Fahrgastbetriebs des autonomen Kleinbusses ausgewertet. Schon jetzt ist klar: Das Projekt hat wertvolle Erkenntnisse für das Forschungsfeld des autonomen Fahrens in einem urbanen Umfeld geliefert. Kernziel war die Beantwortung der Frage, ob autonome Kleinbusse sich für den Einsatz im ÖPNV eignen und akzeptiert werden.

Erstes Fazit: Es ist möglich, einen Kleinbus auf einer festgelegten Strecke im Mischverkehr für den Fahrgastbetrieb einzusetzen. Realisierbar wurde das auch durch ein System aus Radar- und Lidarsensoren im Fahrzeug und der straßenseitigen Infrastruktur. Dadurch konnte der autonome Kleinbus mit einer Geschwindigkeit bis zu 25 km/h unter anderem automatisiert abbiegen, Hindernisse umfahren, signalisierte und nicht signalisierte Kreuzungen passieren und sich so in den fließenden Verkehr der HafenCity einfügen.

Das IKEM hat innerhalb des Projekts zu Geschäftsmodellen und den rechtlichen Rahmenbedingungen geforscht. Während des zeitlichen Verlaufs des Projekts hat sich zuletzt auch die Rechtslage weiterentwickelt: Mit dem im Juli in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und des Pflichtversicherungsgesetzes werden in Deutschland zum ersten Mal die Möglichkeiten der Erprobung automatisierter Fahrzeuge ohne Fahrer:in in fest definierten Bereichen beschrieben. Auch vernetztes Fahren findet in den neuen Vorschriften erstmalig Erwähnung. Das IKEM hat das Gesetzesvorhaben vorab laufend analysiert, bewertet und Stellung bezogen. Einzelne Forderungen fanden im weiteren Gesetzgebungsverfahren Niederschlag.

Zahlreiche Untersuchungen zu den Schwierigkeiten und Hemmnissen mit Blick auf den alten Rechtsrahmen sind darüber hinaus auch auf die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen übertragbar. Nach wie vor ist etwa die Übersetzung der Vorgaben der StVO in technisch umsetzbare Vorgaben mangels entsprechender Hilfestellungen eine enorme Herausforderung für die Entwickler.

Kontakt

Ansprechpartner:in für Presseanfragen

IKEM – Institut für Klimaschutz,
Energie und Mobilität e.V.