Deutsch-australische Machbarkeitsstudie

Wasserstoffimporte sind grundsätzlich umsetzbar

Wasserstoffimporte sind grundsätzlich umsetzbar

In einer heute veröffentlichten Studie hat das IKEM die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Import von erneuerbarem Wasserstoff und Wasserstoffträgermedien aus Australien nach Deutschland untersucht. Die Wissenschaftler:innen des IKEM kommen zu dem Ergebnis, dass der regulatorische Rahmen dem Import nicht grundsätzlich entgegensteht.

Wasserstoff ist eine Schlüsseltechnologie zur Erreichung der Klimaziele. Der von der nationalen Wasserstoffstrategie anvisierte Markthochlauf kann jedoch nicht allein mit inländischer Erzeugung erreicht werden. Um die ambitionierten Ziele der Bundesregierung umzusetzen, braucht es internationale Partnerschaften für den Wasserstoffimport – zum Beispiel mit Australien, das seine Erzeugungskapazitäten in den nächsten Jahren ausbauen will und mit seiner Wasserstoffstrategie stark auf Exporte setzt.

Im Auftrag des Projekts HySupply hat das IKEM den die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Wasserstofftransport von Australien nach Deutschland untersucht. Die heute vorgelegte Studie befasst sich mit der stoffbezogenen Regulierung entlang der Transportroute über den internationalen Seeweg hin zum Import über Seehäfen und den Weitertransport über Binnenschiffe, Straße, Schiene oder Pipelines. Im Fokus standen die vier Wasserstofftransportoptionen LH2, Ammoniak, Methanol und LOHC.

Die Überprüfung des rechtlichen Rahmens ergab, dass die Errichtung der Importinfrastruktur möglich ist. Damit verbunden sind jedoch umfangreiche rechtliche Anforderungen und Genehmigungen, die unter anderem den Bau von Schiffen, die sichere Handhabung beim Transport, die Dokumentation und das Personal betreffen. Insbesondere im Bereich der notwendigen landseitigen Importinfrastruktur sind derzeit komplizierte Genehmigungsprozesse erforderlich.

„Um den Energiebedarf in Deutschland und Europa zu decken, werden wir auch bei massivem Ausbau der Erneuerbaren nicht auf Importe verzichten können. Australien bietet sich hierfür als verlässlicher Partner an“, so IKEM-Geschäftsführer Dr. Simon Schäfer-Stradowsky.

Leony Ohle, Mitautorin der Studie, ergänzt dazu: „Der regulatorische und planungsrechtliche Rahmen für den Wasserstoffimport ist komplex und die Sicherheitsanforderungen hoch. Damit Investitionen getätigt werden und die Partnerschaft mit Australien Realität werden kann, brauchen die beteiligten Unternehmen jetzt vor allem Planungs- und Investitionssicherheit.“

Weitere Informationen zur Studie gibt es auf den Websites der acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und beim Bundesverband der Deutschen Industrie.

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IKEM – Institut für Klimaschutz,
Energie und Mobilität e.V.